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Ulmer Wappen

Hirschstraße vor dem 17.12.1944
Hirschstraße nach dem 17.12.1944

Luftangriff auf Ulm

Chronik der Bombennacht in Ulm vom 17.12.1944 (1)

Die Planung: 

Am 16.12.1944 übermittelt Luftmarschall Harris aus seinem Hauptquartier das Codewort "Garfish" für einen Luftangriff auf Ulm. Dieser musste aber um 23 Uhr wegen schlechter Witterung aufgegeben werden. Eine Galgenfrist für Ulm um 24 Stunden. Am darauf folgenden Tag, 17.12.1944, erteilte Harris bereits zur Mittagszeit den Befehl für den Angriff auf Ulm. Der Angriff sollte um 19 Uhr erfolgen. Zwischen 15 und 15.30 starteten 330 Flugzeuge, 317 Lancaster und 13 Mosquitos, mit 599.15 Tonnen Sprengbomben und 715,47 Tonnen Brandbomben im Minutentakt Richtung Ulm. Da die Maschinen von verschiedenen Flughäfen starteten, bildeten sie westlich von London über Reading einen geschlossenen Verband. Neben Briten und Kanadiern sowie Australiern waren auch Einheiten aus den Commonwealth und polnische Freiwillige Einheiten bei diesem Einsatz dabei.

Der Angriff:

Durch Störangriffe auf das Maingebiet wurden die deutschen Nachtjäger zum Ruhrgebiet beordert und erst kurz vor dem Angriff auf Ulm zurückgerufen. Von der deutschen Flugabwehr spät bemerkt, erreichte der angreifende Verband um 19.30 Uhr Ulm. In Ulm wurde um 19.05 Uhr Fliegeralarm gegeben. In drei Wellen griffen die Bomber zwischen 19.30 Uhr und 19.49 Uhr aus verschiedenen Höhen an. (Richthöhe war 12000 Fuß, die aber bis zu 1500 Fuß über- oder unterschritten wurde. Das Stadtgebiet lag unter einer dichten Nebeldecke, 
welche eine direkte Sicht auf die Stadt unmöglich machte.
Der Masterbomber dirigierte den Angriff mit Himmelsmarkierungen, so das bereits ab 19.40 Uhr der Befehl <CENTRE OF SMOKE AND FIRES > erteilt wurde. Es wurde nur vereinzelt von Flakabwehr oder Jagdflieger berichtet . Als der Masterbomber um 19.44 Uhr seine letzte Runde drehte, konnte er noch aus 100 Meilen Entfernung das Feuer über Ulm lodern sehen.

Die Stadt nach dem Angriff:

Das Ausmaß der Zerstörung war selbst von den Wachen, die auf dem Münster waren, nicht zu überblicken, denn Rauchschwaden behinderten die Sicht. Der Feuersturm erreichte erst eine Stunde nach dem Angriff seinen Höhepunkt. Das Telefonnetz war bereits zu Beginn durch einen Volltreffer auf das Postamt zerstört. Melder hielten die Verbindung zur Luftschutzzentrale, welche im ebenfalls getroffenen Neuen Bau untergebracht war, aufrecht. Diese Melder waren es auch, die, teilweise über Drahtverbindungen der Reichsbahn, nach allen Seiten um Hilfe riefen. Wehrmachtshilfskommandos in Stärke von 5 100 Mann, die Technische Nothilfe aus einem Umkreis von 100 Km, motorisierte Luftschutzkompanien aus Kirchheim/Teck, Augsburg und Rain am Lech, Löschfahrzeuge der umliegenden Heeres- und Luftwaffenstandorte und die Freiwillige Feuerwehr aus 69 Dörfern und Städte rückten an. Da durch die Bombentrichter nicht nur die Straßen unpassierbar waren, sondern auch die Wasserversorgung dadurch außer Betrieb gesetzt wurde, bestand nur die Möglichkeit, Löschwasser aus den, vorsorglich angelegten, unabhängigen Wasserstellen und aus der Donau zu beziehen. Leider standen viele Löschzüge, die auf einen Einsatzbefehl ihrer Dienststelle warteten, nutzlos herum.

Der Tag danach:

Der Tag danach brachte die ganze Zerstörung des Angriffs zu Tage. Die gesamte Altstadt des Zentrums um das Münster war ein rauchender Trümmerhaufen. Rathaus, Schwörhaus, Kornhaus, Dreifaltigkeitskirche, Wengenkirche, Saalbau und die darum liegenden Patrizierhäuser und Wohnhäuser waren zerstört oder ausgebrannt. Von den ausgebrannten Häusern (siehe Merathbau 1945 in der Hirschstraße) blieben oft nur die Außenmauern und die Zwischengeschoßdecken stehen. Ebenfalls schwer getroffen war die Altstadt mit den Gleisanlagen sowie die Fahrzeugfabrik Käßbohrer und weiter bis nach Söflingen.
 
Die traurige Bilanz:
 
707 Tote, unter ihnen viele die nicht mehr identifiziert werden konnten.
613 Verletzte
40% aller Wohngebäude zerstört, deshalb
25 000 Menschen obdachlos.
1869 Totalschäden davon allein
1145 in der Altstadt
418 mit schweren Schäden,
771 mit mittleren Schäden.
Alles samt nicht mehr zum Aufbau geeignet,
da Material und Arbeitskräfte fehlten.
 
 
Die Menschen, die das Inferno unbeschadet überlebten, suchten nach Verwandten und Bekannten und beim Anblick des fast unbeschädigten Münsters kam eine heimliche Freude und Hoffnung auf, das noch nicht alles verloren ist.
 
Hier können Sie die erste Versuche der Stadt nachlesen, das kulturelle Leben in der Stadt wieder zu beleben .
 


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